Archiv für August 2009

5. August 2009: Florian P.

Der folgende Bericht ist von Indymedia abgeschrieben (Formalia geändert).

Am 5. August 2009 wurde der erst 14 Jahre alte Florian P. von der Polizei erschossen. Sein 16-jähriger Freund Roland T. liegt mit zwei Oberschenkeldurchschüssen im Krankenhaus. Flo und Roland waren in eine Filiale der Lebensmittelkette „Merkur“ eingebrochen. In Österreich wird mensch neuerdings dafür erschossen…
Der Fall ist in Österreich derzeit überall Titelthema. Daraus Kapital schlagen können jedoch nicht die Angehörigen und Freund_innen von Flo und Roland, sondern vor allem die Polizei. In den Mainstream-Medien wie beispielsweise der für ihren Rassismus bekannten „Kronen Zeitung“ lassen sich Kolumnist_innen schon mal zu Aussagen wie „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben“ herab. Die Botschaft ist klar: Selber schuld!
Die Polizei fährt schon von Anfang an eine Linie des Vertuschens und der Schuldumkehr. Die beiden Polizist_innen, die geschossen haben, wurden beispielsweise erst am Abend des 8. August befragt. Zuvor waren sie ja laut Polizei in einem „schlechten psychischen Zustand“. Dass sich die Polizei einen Scheissdreck um den psychischen Zustand der Opfer schert, zeigt einiges. So wurde Florians Mutter erst Stunden nach dem Mord vom Tod ihres Sohnes informiert – per Telefon wohlgemerkt. Roland wurde, nachdem sein Freund getötet wurde, mit seinem durchschossenen Oberschenkel nicht etwa psychologisch betreut. Nein, er wurde in Untersuchungshaft gesteckt. Dort ist er für die Medien nicht erreichbar und die Polizei kann ihre Lügengeschichten leichter weitererzählen. So wird derzeit in erster Linie nicht gegen die beiden Killerbullen ermittelt, sonder ob noch weitere „Komplizen“ am Einbruch in den Merkur-Markt beteiligt waren. So hat die Polizei einen 28-jährigen Rumänen aus Krems festgenommen, der jedoch jede Beteiligung an der Tat abstreitet. Es ist eben immer leicht, das Klischeebild des „kriminellen Ausländers“ hervorzukramen. Besonders, wenn die Polizei dadurch mehr Zeit bekommt sich untereinander abzusprechen und Zeit zu gewinnen.
Die beiden Killerbullen geben übrigens an, „angegriffen“ worden zu sein. Von wem? Von zwei Jugendlichen, die einen Schraubenzieher und eine Gartenharke dabei hatten. Florians Bruder hat die Siutuation anders beschrieben – die Polizist_innen säßen den ganzen Tag in einer örtlichen Kneipe, saufen und wären froh, wenn sie einmal die Knarre benutze könnten. So denken mittlerweile viele Menschen in Österreich.