30. August 1994: Kola Bankole

Am 30. August 1994 kam Kola Bankole bei einem Abschiebungsversuch auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt, Deutschland ums Leben. Auch wenn die exakte Todesursache – ob durch Ersticken oder Herztod – bis heute ungeklärt ist, sind doch die Umstände seines Todes bekannt: Der am Herzen erkrankte Nigerianer, der sich wiederholt gegen seine Abschiebung zur Wehr gesetzt hatte, war von vier Beamten des Bundesgrenzschutzes an Bord einer Lufthansamaschine gebracht und an einen Flugzeugsitz gefesselt worden. Ihm wurden gedrillte Stofftücher zwischen die Zahnreihen gezogen, hinter dem Nacken zusammengeschnürt und das Ganze mit breiten Klebestreifen befestigt. Bei vermutlich durch diesen sog. „Beißschutz“ und durch ein sog. „Mund-Nasen-Pflaster“ behinderter Atmung verabreichte ihm gegen 14.00 Uhr der begleitende Arzt eine Kombination von Beruhigungsmitteln in den Oberarm. Denn nach dem Willen derjenigen, die seine Angst und Gegenwehr nicht ernst nahmen und schließlich doch seinen Widerstand brachen, sollte Kola Bankole in gefesseltem und narkotisiertem Zustand nach Lagos transportiert werden.
Kola Bankole überlebte diesen vierten Abschiebungsversuch nicht. Der 20 Minuten nach der Injektion herbeigerufene Notarzt konnte um 14.25 Uhr nur noch seinen Tod feststellen. Niemand kann ermessen, wie lange sein Todeskampf währte.

Quelle: http://no-racism.net/article/1072