18. Juni 1974: Günter Routhier

Am 18.06.1974 verstarb der Duisburger Gewerkschafter Günter Routhier, nachdem er am 05.06. Hirnblutungen, verursacht durch Gewaltanwendung der Polizei, erlitt.

Was ist passiert?

Nachdem die Klage des KPD/ML-Mitglieds Hanfried Brenner gegen seine Entlassung bei Mannesmann vor dem Duisburger Arbeitsgericht abgewiesen wurde, kam es zu empörten Protesten der sich mit Brenner solidarisch zeigenden Genoss_Innen, darunter auch Günter Routhier. Daraufhin wurde der Gerichtssaal unter massiver Gewaltanwendung von der bereits anwesenden Bereitschaftspolizei geräumt. Auf Anweisung des Einsatzleiters „kräftig zuzupacken“ wird gegen die Protestierenden aggressiv vorgegangen, ebenfalls gegen Routhier, obwohl Umstehende die Polizist_Innen mehrfach auf Routhiers Bluter-Erkrankung hinweisen mit der Aufforderung, ihn in Ruhe zu lassen. Dem wird jedoch nicht nachgekommen, Routhier wird gewaltsam vor den Augen seines Sohnes von den Polizisten Wolfgang Werner und Peter Kluten aus dem Gerichtssaal geschleppt und fällt nach einer Rangelei mit den Beamten infolge derer Werner ihm einen Stoß in den Rücken versetzt eine Treppe hinunter und zieht sich die schweren Hirnblutungen zu, an denen er letztendlich am 18.06. in der Universi-tätsklinik Essen verstirbt. Obwohl unabhängige gerichtsmedizinische Gutachten zweifelsfrei bestätigen, dass die Hirnblutungen auf stumpfe Gewaltanwendung zurückzuführen sind, leugnet die Polizei diesen Sachverhalt konsequent und ist bemüht, die Angelegenheit vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Am 24.10.1978 wurde der Münsteraner Professor Christian Sigrist wegen Verunglimpfung des Staates vom Schöffengericht Münster verurteilt, da er öffentlich behauptete, Routhier sei einem Mord zum Opfer gefallen. Im gesamten Bundesgebiet sind mittlerweile mehr als 1000 Strafverfahren wegen ähnlichen Behauptungen eingeleitet worden. Offensichtlich versuchen die Verantwortlichen mit allen Mitteln die offiziellen Ergebnisse zu verteidigen: Am 06.03.1981 wurde eine Herausgabe der polizeilichen Akten zum Fall Routhier vom NRW-Innenminister unter Berufung auf §96 der Strafprozessordnung mit Hinweis auf das Wohl des Landes untersagt.

Quelle: indymedia

weitere Materialien